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Der Jahresabschluss: wichtige Fristen zur Aufstellung

Nach §§ 242 ff. HGB ist jeder Kaufmann verpflichtet, jährlich einen Jahresabschluss zu erstellen. Die nach § 5 (1) 1 HGB aufgestellte Handelsbilanz ist grundsätzlich auch für steuerliche Zwecke maßgebend, möglicherweise ist sie um steuerliche Sondervorschriften zu korrigieren.

Aufstellungsfristen

Handelsrechtlich haben alle Kaufleute ihren Jahresabschluss innerhalb einer „angemessenen Zeit“ aufzustellen. Dies entspricht nach herrschender Meinung einer Frist  von 6 bis 9 Monaten nach Abschluss des Geschäftsjahres. Kapitalgesellschaften (AG und GmbH) sowie GmbH & Co KG´s haben innerhalb von 3 Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres den Jahresabschluss aufzustellen. Für kleine Kapitalgesellschaften verlängert sich diese Frist auf 6 Monate. Die gesetzlichen Vertreter der o.g. Gesellschaftsformen können bei Nichteinhaltung der Aufstellungsfristen durch Antrag von Jedermann vom Registergericht durch eine Geldbuße bis zu 25.000,00 Euro zur Aufstellung gezwungen werden.

Achtung: Bei einem Unternehmen in der Krise beträgt diese Frist - auch bei einer kleinen GmbH - nach Auffassung des BGH sogar nur 8 bis 10 Wochen. Von einer Krise ist bereits dann auszugehen, wenn dem Unternehmen wesentliche, existenzbedrohende Verluste drohen!

Die gesetzlichen Vertreter  der o.g. Gesellschaften, die Jahresabschlüsse verspätet aufstellen, müssen mit strafrechtlichen Konsequenzen im Rahmen eines eventuellen Insolvenzverfahrens rechnen. Der Verstoß gegen diese Buchführungs- und Bilanzierungspflichten wird als Bankrottdelikt mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe geahndet.

Formale Vorschriften

Alle Kapitalgesellschaften und haftungsbeschränkten Personenhandelsgesellschaften müssen eine Bilanz, eine Gewinn- und Verlustrechnung sowie einen Anhang erstellen, mittlere und große Gesellschaften zusätzlich einen Lagebericht.

 

Kleine
Gesellschaft

Mittelgroße
Gesellschaft

Große
Gesellschaft

Bilanzsumme

≤ 4 840 000 €

≤ 19 250 000 €

> 19 250 000 €

Umsatzerlöse

≤ 9 680 000 €

≤ 38 500 000 €

> 38 500 000 €

Arbeitnehmer
-durchschnittlich-

≤ 50

≤ 250

> 250

Weitere Pflichten sind, die Jahresabschlüsse zu unterschreiben, festzustellen und innerhalb von 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag
offenzulegen.

Achtung: Verstöße gegen die Offenlegungspflicht (Publikationspflicht) werden mit einem Ordnungsgeld (2.500 Euro bis 25.000 Euro) geahndet!

Umfang der Offenlegungspflicht

Ist ein Unternehmen publikationspflichtig, regelt § 325 HGB den Umfang der Unterlagen, die dem Bundesanzeiger zu präsentieren sind, wobei in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße bestimmte Erleichterungen bestehen.

Kleine Gesellschaften im genannten Sinn müssen nach § 326 HGB nur die (verkürzte) Bilanz samt Anhang (nur soweit er sich auf Bilanzpositionen bezieht) einreichen.

Auswirkungen des § 18 KWG

Nach § 18 KWG sind die Banken verpflichtet, sich bei Kreditvergabe und während der gesamten Laufzeit des Kredites die wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens zeitnah offen legen zu lassen. Aufgrund der aufsichtsrechtlichen Konsequenzen für die Bank bei Nichtbeachtung dieser Regelungen, muss man davon ausgehen, dass der § 18 KWG von den Banken strikt eingehalten wird.

Grundsätzlich reichen den Banken zur Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse die Jahresabschlüsse nicht aus. So werden normalerweise zusätzlich die folgenden Unterlagen angefordert:

  • Aktuelle Auftragsbestände
  • Aktuelle Umsatzzahlen
  • BWA´s
  • Ertrags- und Finanzplanungen
  • Einkommensnachweise
  • Rentabilitätsberechnungen  etc.

Das Ratingverfahren und die mit einem schlechten Rating verbundenen Konsequenzen werden für viele Unternehmen Anlass sein, ihr Rechnungswesen und den Jahresabschluss entsprechend den Vorgaben eines besseren Ratings aufzubereiten.

 

Unser Flyer Der Jahresabschluss: Wichtige Fristen! steht Ihnen hier als PDF-Datei zur Verfügung.

Aktualisiert (Mittwoch, den 09. Mai 2012 um 11:54 Uhr)

 
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